Standort
Vor der Entscheidung für den heutigen Standort wurden viele Möglichkeiten in Betracht gezogen. Letztlich war der Wiesengrund die absolut richtige Wahl für das Kurbad. Lage direkt vor dem Falkensteiner Hain, bester Blick der Besucher über Altstadt, Burg und Taunus. Verkehrsgünstige Lage, ebenerdiger Fußweg direkt in die Stadt und zum Busbahnhof in der Georg-Pingler-Straße, Anschluss über den Klärchenweg nach Falkenstein und zu den Kliniken Amelung und Steib, sowie zur Villa Rothschild.

Im Vergleich zu Standorten anderer Bäder ist das Kurbad
„Premium-Class-Standort“
und dies sollte für den künftigen Betrieb, nach einer Sanierung und Attraktivitätserhöhung, wesentlich zur Wirtschaftlichkeit beitragen. 

Bestand
Das Kurbad wurde von 1975 bis 1977 gebaut und ging am 12. Juni 1977 in Betrieb. Bis heute war das Kurbad noch nie wegen eines technischen Defektes oder einer Sanierung geschlossen. Selbst der Anbau des Außenbeckens – Inbetriebnahme 01.02.1989 - erfolgte bei Vollbetrieb. Der Sauna-Bereich wurde erstmals 1981 erweitert, 1994 erfolgte eine nochmalige Erweiterung.

Die Firma Holzmann hat das Gebäude sehr hochwertig gebaut, die anschließenden Erweiterungen (Außenbecken) führten die Firma Züblin und die Firma Bilfinger+Berger (Sauna) aus.

In Sachen Instandhaltung und Modernisierung wurde immer gearbeitet, neue Brenner in der Technik, Austausch der Pumpen usw. Aufwendiger Umbau der Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, Erneuerung der Dosieranlage usw.

Nur so war es möglich, dass Kurbad immer betriebsfähig am Markt zu halten.
 
Erdgeschoss
Untergebracht sind dort seit der Eröffnung die Verwaltungsräumlichkeiten, seinerzeit eine Verlegenheitslösung da keine Büroräumlichkeiten vorgesehen waren. Weiterhin im Eingangsbereich die Solarien und Vitrinen, die vermietet werden.

Erstes Obergeschoss
Zugang in den Badebereich über die Kasse. Umkleidekabinen, ebenso Sammelumkleiden und Behindertenkabinen. Gäste-WC und Wertschränke sowie Aufenthaltsbereich.

Zugang zum Therapiezentrum, was seit vielen Jahren – aufgrund der Unsicherheit zum Kurbad insgesamt – nicht verpachtet werden konnte. Es befinden sich dort die Personalumkleiden, WC-Anlagen inkl. Behinderten-WC, Duschen und Gymnastikräumlichkeiten.

Zweites Obergeschoss
Saunabereich mit insgesamt 6 Saunakabinen, Duschen, Ruheräumlichkeiten und Freibereich. Kabine für die Badeaufsicht, Räumlichkeiten für Badeutensilien (Schwimmschule, DLRG …), Innenbecken 29° und Übergang  zum Außenbecken 32°. Freiterrasse und Gastronomiebereich inkl. Nassbereich.

Drittes Obergeschoss
Ruheraum – wenig benutzt – mit Flächensolarien, Umkleidekabinen und Freiterrasse. Ehemalige Kabinen-Solarien schon lange außer Betrieb.

Denkmal „Kurbad“
Im Jahre 2013 fand eine Begutachtung des “Landesamtes für Denkmalpflege Hessen“ statt. Es folgte der Beschluss Eintragung in das Buch „Denkmaltopographie Hochtaunuskreis“.

Diese Entscheidung hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil liegt darin, dass bei der Sanierung viele Bereiche nur gering oder gar nicht verändert werden dürfen, dies kann Investitionen sparen.

Der Nachteil liegt darin, dass die Denkmalpflege in Sachen Bebauung des Nachbargrundstückes Abstände zum Kurbad fordert, was automatisch zu einer geringeren Ausnutzung in Sachen Bebauung führt.

Nachbar-Grundstücke Stadt und Biesten
Bereits seit 1992 wurden Entwürfe für die Nutzung des Grundstückes der Stadt erarbeitet, es fanden sogar Gesteinsbohrungen statt um nicht auf Fels bei einer Bebauung zu stoßen. Favorisiert wurde immer ein Hotelprojekt.

Überhaupt ist die Entwicklung der beiden Grundstücke nicht nur für das Kurbad sondern insgesamt für Stadt und den Wirtschaftsfaktor Kur und Tourismus richtungsweisend. Eine Bebauung mit einer Seniorenanlage und darunter befindlichen Tiefgarage, für die Gäste des Kurbades, wäre für den künftigen Betrieb mit entsprechender Therapieeinrichtung für beide Seiten von wirtschaftlicher Bedeutung.

Weiterhin würde sich ein Hotel, entlang der B 8, im Drei-Sterne-Bereich in mehrfacher Hinsicht positiv für den Bereich Kur und Tourismus in Königstein auswirken. „Vom Bett ins Bad“ ist heute von großem Vorteil, außerdem fehlt Königstein im Drei-Sterne-Bereich Hotelkapazität. Auch das HdB würde davon in Sachen Auslastung profitieren. Viele Tagungen etc. können dort nicht durchgeführt werden da entsprechende Hotelkapazitäten fehlen. Nicht alle möchten/können im 5-Sterne-Plus-Bereich übernachten.

Somit ist die Planung für die Bebauung der beiden Grundstücke nicht nur für die Sanierung des Kurbades sondern für die gesamte Entwicklung der Stadt als Kur- und Tourismus-Standort von höchster Bedeutung.

Sanierung und Attraktivitätserhöhung des Kurbades
Über dieses Vorhaben wird seit 2009 intensiv diskutiert und inzwischen gibt es von Seiten der Stadtverordnetenversammlung DREI Beschlüsse pro Sanierung. Alleine die Finanzierung ist das Problem und dies hängt dann wieder u.a. mit dem Verkauf des Nachbargrundstücks zusammen.

Eine Sanierung alleine rechtfertigt allerdings noch keine Eintrittspreiserhöhung und wird nicht zu mehr Besuchern führen. Bausubstanz und Lage des Kurbades fordern gerade eine Attraktivitätserhöhung heraus. Die Kosten werden mit Sicherheit bei der Umsetzung zu einer weiteren großen Diskussion in der Königsteiner Politik führen. Dennoch sollte beides – Sanierung und Attraktivitätserhöhung – in einer Maßnahme durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für das III. Obergeschoß des Hauses.